Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen

Eine Sprachbeeinträchtigung im Erwachsenenalter kann erhebliche Auswirkungen auf die Beziehung zur Umwelt haben. Da es gerade im hohen Alter schwer fällt, Sprechgewohnheiten zu ändern, ist ein vertrauensvoller und motivierender Umgang während den Logopädie-Stunden unabdingbar. Dabei gehört auch die Unterstützung durch Angehörige zur individuellen Therapie. Denn das während der Logopädie Erlernte muss zu Hause und im Alltag eigeninitiativ durch wiederholte Übungen gefestigt werden.

Auffälligkeiten der Sprache oder des Sprechens im Erwachsenenalter

Die Ursachen für eine Sprach- oder Sprechstörung bei Erwachsenen sind vielfältig und können ganz plötzlich auftreten, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder bei einer Demenzerkrankung. Diese erworbenen Sprachstörungen können sich auf verschiedene Bereiche wie dem Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen auswirken. Bei neurogenen Störungen, die durch Beschädigungen des Nervensystems bei langsam fortschreitenden Krankheiten wie Parkinson oder MS auftreten, ist vor allem die Steuerung der Sprechbewegungen beeinträchtigt.

 

Sprachstörung und Sprechstörung - worin liegt der unterschied?

Die Sprachstörung ist die Störung der gedanklichen Erzeugung von Sprache. Es ist also das Sprachvermögen betroffen. Dazu gehören: Sprachentwicklungsstörung, Aphasie, Dysphasie, Dyslexie/Disygraphie, Störung des Sprachverständnisses.


Eine Sprechstörung betrifft die Aussprache. Das heißt, Sprachlaute können nicht korrekt wiedergegeben werden. Das Sprachvermögen ist dabei jedoch nicht betroffen. Dazu gehören: Aussprachestörungen wie Lispeln und Nuscheln, Dysarthrien, Dysglossien, Redeflussstörungen wie Stottern.


Einer Sprachstörung folgt immer auch eine Sprechstörung. Eine Sprechstörung kommt hingegen auch ohne Sprachstörung vor.

Sprachtherapie für Erwachsene

Je nach Indikation werden die Therapieinhalte individuell festgelegt. Bei neurologisch bedingten Sprachstörungen stehen Sprachverständnis, Wortfindung, Lesen und Schreiben sowie spontane Ansprache im Fokus. Die Behandlung von Stimmstörungen besteht dagegen aus Übungen zur Wahrnehmung, Atmung, Körperhaltung und Artikulation. Wenn vom Arzt verordnet, führen wir die Behandlung gerne auch bei einem Hausbesuch durch.

Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen

  • Neurologisch bedingte Sprachstörungen (Aphasie) nach Schlaganfällen, Schädelhirntraumata, Demenz
  • Neurologisch bedingte Sprechstörung (Dysarthrie) bei voranschreitenden Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose und Nebenerkrankung
  • Stimmstörungen mit anhaltender Heiserkeit bei Berufssprechern oder in Folge von Traumata oder Erkrankungen des Kehlkopfes, Stimmbandlähmungen (Recurrensparese)
  • Gesichtslähmungen (Facialisparesen)
  • Dyspraxien (Unfähigkeit Laute und Buchstaben zu produzieren)
Logopädische Praxis Nicol Lampe - Behandlungsablauf der logopädischen Therapie